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Anthroposophische Medizin / Streß macht krank, weil Menschen
aus dem Rhythmus gebracht sind / Achtsamkeit auf Körperrhythmen
hilft
Von Ursula Gräfen
Tag und Nacht, Ebbe und Flut, Einatmen und Ausatmen - Rhythmus bestimmt
das Leben. Auch der Körper hat eine rhythmische Ordnung. Sie
ergebe sich daraus, daß Vorgänge, die entgegengesetzter
Natur sind - etwa Vorgänge der Oxydation und der Verbrennung,
des Substanzaufbaus, der Zellteilung -, zu unterschiedlichen Zeiten
stattfinden, weil sich diese Vorgänge sonst gegenseitig behindern
würden, erklärt Dr. Frank Meyer, Hausarzt aus Nürnberg.
"Rhythmus ist ein Element, das zwischen diesen polarischen
Gegensätzen, zwischen aufbauenden und abbauenden Vorgängen
vermittelt."
Bei gesunden Menschen sind die rhythmischen Vorgänge ausgeglichen.
Das ist eine Grundlage der anthroposophischen Medizin. Wenn Menschen
aus dem Rhythmus, aus der Balance gebracht würden, würden
sie krank, sagt Meyer auf einer Veranstaltung des Unternehmens Weleda
in Schwäbisch Gmünd. So sei bei Schichtarbeitern oder
Krankenschwestern mit gestörten Zirkadianrhythmen und bei Piloten
oder Flugbegleitern mit massiven Jetlag das Risiko, an Krebs zu
erkranken, deutlich erhöht.
Was Menschen aus dem gesunden Rhythmus bringt, ist Streß,
genauer: Disstreß. Menschen reagieren sehr unterschiedlich
auf Streß. Der Ganzheitsmediziner spricht von Streß-Typen:
"Wir nehmen unsere Außenwelt oft nur indirekt, durch
den Spiegel der inneren Organe wahr. Dadurch erhält eine Situation
ihre spezifische emotionale Färbung - je nachdem, ob eine Situation
dazu führt, daß ,mir das Herz in die Hose rutscht‘,
,mir die Luft wegbleibt‘, ,mir was an die Nieren geht‘
oder ,mir die Galle hochkommt‘."
Weiter siehe www.aerztezeitung.de
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