Tollwut - ein wichtiges Thema in der
reisemedizinischen Beratung


Ärzte Zeitung, 20. 4. 2005

Von Ursula Gräfen

"Ich freue mich, daß die Tollwut in der Diskussion ist", sagte Dr. Gunther von Laer, Leiter des Gesundheitsdienstes des Auswärtigen Amtes. Auch wenn der Anlaß, die tollwut-infizierte Organspenderin, kein schöner sei, sei es an der Zeit, mehr über Tollwut aufzuklären. Denn bisher würden viel zu wenige Reisende gegen Tollwut geimpft. Das müsse unbedingt geändert werden. Darin waren sich alle Experten auf dem 6. Forum "Reisen und Gesundheit" in Berlin einig.

Tollwut war denn auch ein großes Thema auf dem Ärzte-Symposium, das das Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf, das Auswärtige Amt und das Institut für Tropenmedizin in Berlin zusammen im Vorfeld der Internationalen Tourismus-Börse veranstaltet haben. Immer wieder gab es Fragen von niedergelassenen Kollegen zur Tollwut. Auch ihnen war klar, daß Rabies in der reisemedizinischen Beratung wichtiger genommen werden muß als bisher.

Alle Säugetiere können das Rabies-Virus übertragen

Mehr als 2,5 Milliarden Menschen leben weltweit in Tollwut-Risikogebieten. Jährlich sterben mindestens 50 000 bis 70 000 Menschen an Tollwut, davon allein 30 000 in Indien, das die höchste Tollwut-Inzidenz der Welt hat. Hauptüberträger des Virus sind Hunde. Aber alle warmblütigen Tiere können das Virus mit ihrem Speichel übertragen, besonders häufig auch Affen und Fledermäuse.

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