Tansania

Auf Safari im Süden Tansanias

13. September 2006 Ärzte Zeitung

Weite Steppen voller Tiere - Tansania ist Traumziel aller Safari-Touristen.
Weitgehend unbekannt sind die Naturparks im Süden des Landes.
Auch hier gibt es Millionen von Tieren, aber viel weniger Touristen.

Tansania - da denkt man gleich an die unendlichen Weiten der Serengeti mit ihren Millionen von Tieren, an das Weltwunder Ngorongoro-Krater oder an den Kilimandscharo, den schneebedeckten Berg am Äquator. Sie alle liegen im Norden. Doch in dem riesigen ostafrikanischen Land gibt es im Süden noch mehr Naturwunder. Und diese Nationalparks und Wildreservate unterscheiden sich von denen im Norden. Vor allem dadurch, daß sie viel weniger besucht sind. Anders als etwa im Ngorongoro-Krater, wo meist um jedes Löwenrudel zehn oder sogar mehr Autos mit Touristen stehen, können Safari-Liebhaber in den Parks im Süden ihre Löwen ganz für sich allein haben.

In Ruaha zum Beispiel, der "Serengeti des Südens". Mit 12 800 Quadratkilometern ist der Ruaha-Nationalpark fast so groß wie Schleswig-Holstein und nach der Serengeti der zweitgrößte Nationalpark Tansanias. In diesem unberührten Park gibt es Steppen wie in der Serengeti, doch hier ist das Grasland oft bewaldet. Die Landschaft ist geprägt
durch bizarre Felsformationen und große Baobab-Bäume.


Charakteristisch für das südliche Tansania sind Miombo-Wälder aus laubabwerfenden Bäumen, die von Juni bis August fast täglich wechselnde Stadien von zarten Rot-, Violett-, Braun- und Gelbtönen durchlaufen. Ruaha ist reich an Tieren. Es gibt große Elefanten- und Büffelherden. Mit etwas Glück kann man seltene Antilopen wie Rappen- und Pferdeantilopen sehen, auch die imposanten Großen und die scheuen Kleinen Kudus kommen vor. Über 500 Vogelarten gibt es. Allerdings auch viele Tsetse-Fliegen. Sie übertragen hier zwar keine für Menschen gefährlichen Erreger, aber ihre Stiche sind unangenehm. Guter Mückenschutz ist auch tagsüber sinnvoll.

In Ruaha gibt es nur wenige Lodges. Wer das unverfälschte Afrika liebt und mal mitten im Busch wohnen möchte, für den ist das Mdonya Old River Camp genau richtig. Das Camp gibt es erst seit einigen Monaten. Elf Zelte, jedes mit einem gemauerten Bad, stehen mitten im Busch, direkt an einem ausgetrockneten Flußbett. Von der überdachten Terrasse aus kann man Tiere in Hülle und Fülle beobachten. Die Zelte sind einfach, aber liebevoll dekoriert mit Pflanzenschoten, Federn und anderen Dingen, die man im Busch so findet. Die jungen italienischen Manager legen großen Wert auf gutes italienisches Essen. Man kann hier also das seltene und etwas absurde Erlebnis haben, mittags zum Beispiel Kaffernbüffel, die in einiger Entfernung im Schatten dösen, zu beobachten, während man seine Gnocchi mit Pesto ißt und hinterher seinen Espresso trinkt.



Weiter südöstlich liegt das Selous-Wildreservat. Mit seinen 55 000 Quadratkilometern ist das Reservat größer als Niedersachsen, es ist sogar das größte in ganz Afrika. Selous ist nach dem britischen Forscher Frederick Courtney Selous (1851 bis 1917) benannt. Das Wildreservat wurde 1905 von der deutschen Kolonialverwaltung gegründet und später für die Wanderwege der Elefanten erweitert. Der nördliche Teil des Reservats steht ausschließlich Foto-Touristen zur Verfügung, im Rest darf gejagt werden.

Selous gilt als eines der bestgehüteten Geheimnisse Afrikas. Das Besondere am Selous sind die vielen Flüsse, die das Gebiet durchziehen. Allen voran der Rufiji, der sehr breit, aber flach ist. Jeden Tag verändert er sich, denn in der Trockenzeit bricht fast täglich ein Stück des hohen sandigen Ufers ab und mit ihm oft viele Nesthöhlen , der Weißstirnspinte, hübscher
bunter Vögel......
Ursula Gräfen

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